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Handwerk

Fruchtleder selbst machen

Von Johanna Grassegger 10. Mai 2019

Leder? Keine Sorge, diese fantastische Nascherei hat nichts mit echtem Leder zu tun; sie sieht nur so ähnlich aus. Und wie schmeckt’s? Ein bisschen wie Gummibärchen, nur viel besser und fruchtiger! (und ist nebenbei voller Vitamine!) Neugierig geworden? 3…2…1…los!

1. Ernten. Erstmal raus in die Natur, Stoffsackerl einpacken und Augen offen halten. Je nach Saison könnt ihr euch austoben, denn alles, was nicht giftig ist, ist erlaubt: Brombeeren, Himbeeren, Pfirsiche, Erdbeeren, Trauben, Zwetschken, Quitten, Äpfel, Birnen, Heidelbeeren… probiert einfach aus, was euch am besten schmeckt!

2. Mixen. Die Früchte mixen (wenn nötig, davor die Kerne entfernen). Wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch Äpfel oder Birnen hineinreiben. Das Fruchtpüree mit einem Löffel Honig süßen und auf einem Backpapier am Blech dünn verstreichen.

3. Dörren & Lagern. Backofen auf 50 bis 60 Grad (Umluft) vorheizen, das Backblech hineinschieben und den Backofen so verschließen, dass er einen Spalt offen steht, damit Feuchtigkeit entweichen kann (ihr könnt zum Beispiel einen Holz-Kochlöffel in die Türe klemmen).

Für Geduldige: je nach Sorte über drei Tage für jeweils vier bis sechs Stunden dörren und zwischendurch abkühlen lassen. Am zweiten Tag wenden (neues Backpapier nicht vergessen), → so hält sich euer Fruchtleder für einige Monate und sogar Jahre!

Für Eilige: Am Stück für mindestens fünf Stunden im Ofen lassen und mehrere Bleche auf einmal machen → euer Fruchtleder hält weniger lange, also besser bald wegnaschen!

Euer trockenes Fruchtleder erkennt ihr an seinem „ledrigen“ Aussehen und daran, dass es sich leicht vom Papier abziehen lässt, ohne zu zerreißen. Es lässt sich inklusive Backpapier aufrollen und kompakt verstauen – so klebt das Fruchtleder nicht zusammen. Ihr könnt es natürlich auch mit Keksformen ausstechen oder jede beliebige Form kreieren, die euch gefällt. Lagern solltet ihr es am besten in luftdichten Behältern an einem dunklen und trockenen Ort.

Tipps:

  • Fruchtleder aus Ebereschen, auch Vogelbeeren genannt, schmeckt schön säuerlich. Die veredelte Sorte aus dem Garten könnt ihr direkt verwenden, wilde Ebereschen müsst ihr zuvor noch einfrieren, damit sie ihre Bitterstoffe verlieren. Anschließend aufkochen und passieren bevor ihr sie dörrt.
  • Achtung: Dörrzwetschken können abführend wirken, daher solltet ihr Zwetschken-Fruchtleder erstmal zu Hause vorkosten und lieber nicht in großen Mengen essen, sonst müsst ihr beim Wandern vielleicht schnell hinter einen Busch sausen.
  • Um neue Geschmacksrichtungen zu kreieren, könnt ihr euer Fruchtleder mit essbaren Blüten, Kräutern oder Gewürzen aufpeppen.

Fruchtleder ist die perfekte Stärkung für unterwegs, ist gesund und gibt euch viel Energie für eure Abenteuer, viel Spaß!

Johanna Grassegger

Psychologin und Erlebnispädagogin, am liebsten in den Bergen unterwegs, im Alpenverein widme ich mich derzeit vor allem dem Thema Inklusion.